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Zum Ende der Seite springen Abschied von Alpha Centauri
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Generalfeldmarschall

Tiberius Foxbat (OEK) Tiberius Foxbat ist männlich
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Die Geschichte einer längst vergangenen Zeit

März 2349 – Kintan (Alpha Centauri)

Es war an einem kühlen Morgen, der Rauch zog über einem der zahlreichen Industriekomplexe in den so hoffnungsvollen frischen Horizont. Frank verfolgte den schwarzen Dunst und schaute mit einer Begeisterung dem Schauspiel zu. Seine Phantasie setzte ihm dabei keine Grenzen. Aus jeder Form entstand in seinem Kopf eine Figur, ein Raumschiff, ein Baum oder ein Tier. Er schaute gerne in den Himmel, denn so fand er die Ruhe zu entspannen und seine Gedanken an den anstrengenden Alltag zu vergessen. Frank stand sehr früh auf, um den Sonnenaufgang auf Alpha Centauri zu erleben. Jeden Morgen kurz nach vier Uhr schlich er sich aus dem Haus. Er lief den kleinen Pfad über einen Hügel bis hin zu einem Felsvorsprung. Von dort aus konnte Frank über die Stadt Kintan blicken. Eine Stadt, die etwa eine Millionen Einwohner hatte und zu einer der größten Produktionszentren auf Alpha Centauri unter der Besatzung der Allianz zählte. Nachdem die Sonne ihre ersten Strahlen über das Land ausgebreitet hatte und den Tag einläutete lief Frank wieder nach Hause. Leise bewegte er sich wieder in sein Bett und tat so, als würde er schlafen. Wenig später kam sein Vater und weckte ihn. Nach einem kleinen Frühstück musste Frank pünktlich im Komplexe C21 abgegeben werden. Hier wurden alle Jungen von der Allianz zu einfachen aber dennoch sehr anstrengenden Arbeiten eingeteilt. Wer nicht pünktlich erschien wurde bestraft. Es traf immer die Kinder und Jugendlichen, kaum die Eltern. Wer sich nicht an die Gesetze der Allianzbesatzung hielt wurde schnell für die schmutzigsten Arbeiten eingesetzt. Als besonders gefürchtet galten die Minen innerhalb des Sektors. Wer einmal hierher kam hatte kaum eine Chance lebend zurückzukehren.

Der junge Parker kam mit seinem Vater an diesem Tag pünktlich bei C21 an und wurde auch gleich zur Säuberung von einigen Industrieanlagen eingeteilt. Immer 20 bis 30 gehörten zu einer Gruppe. Begleitet wurden sie von 2 bis 3 Aufsehern, die bei dem geringsten Anzeichen eines Fluchtversuches schossen. Kaum einer hatte bisher den Schuss eines Disruptors überlebt. An medizinische Versorgung war auch nicht zu denken. Die Gruppe musste dann den Verletzten vor dem Komplex ablegen. Frank dachte den ganzen Tag kaum an das was mit den Anderen im Lager passierte. Er machte seine Arbeit so gut es ging. Manchmal wurde er von einigen seiner Gruppe verpfiffen und steckte dafür die eine oder andere Strafe ein. Aber er wusste, dass jeder hier nur aus Verzweiflung handelte und so ignorierte er die Versuche seiner Kameraden und konnte sich so recht häufig aus der Affäre ziehen. An diesem Tag bekam er einen Eimer mit sehr starkem Lösungsmittel, womit er einen ganzen Leitungsabschnitt reinigen sollte. Die Anlage für die seine Gruppe eingeteilt wurde produzierte Energie für etwa ein Drittel der gesamten Stadt. Die Leitungen waren schon viele Jahre alt. Darauf deutete auch eine Fülle von reparierten Stellen. Die Allianz lies immer nur so viel instand setzen, wie nötig war. Mehr als Energie produzieren sollte die Anlage nicht. Die Aufseher interessierte es auch nicht weiter, wenn jemand in der Anlage sein Leben lies. Innerhalb der letzten drei Monate waren 23 Arbeiter ums Leben gekommen – alles Kinder und Jugendliche. Proteste hatten kaum eine Wirkung und es gab auch niemanden, der den Mut hatte sich gegen die Besatzung zu erheben. Die Allianz hatte vor sehr vielen Jahren den Planeten eingenommen und begonnen ihn ausbluten zu lassen. Veraltete Industrieanlagen und die hohe Sterberate haben zumindest einige Verbesserungen gebracht, denn ohne Arbeiter kann die Allianz den Planeten nicht bewirtschaften. Als Legat Isrim zum Chefverwalter von Alpha Centauri ernannt wurde, traten einige Veränderungen ein. Die Parkers gehörten zu den Glücklichen, die in eine ruhigere Gegend umgesiedelt wurden und ein recht einfaches aber dennoch ruhiges Leben zu führten. Solange die Arbeit gemacht wurde und jeder sich an die Regeln hielt gab es mit den Besatzern keine Probleme. Franks morgendliche Ausflüge gehörten zu den Aktivitäten, die schnell bestraft werden konnten. Wenn Frank hinauf zum Felsen lief bestand noch eine Ausgangssperre für den gesamten Planeten. Nur mit besonderer Genehmigung oder auf Aufforderung der Allianztruppen durfte man sich außerhalb der Gebäude aufhalten.

Frank war sich dem Risiko durchaus bewusst, jedoch kannte er mittlerweile die genauen Zeiten, wann eine Patrouille vorbeikam und wie er sich verhalten musste. Der Weg zum Felsvorsprung führte zum Glück nicht über offenes Gelände. Parker kannte die Gegend wie seien Westentasche und das war auch gut so, denn nur so war es möglich von Zeit zu Zeit sich mit einigen Freunden zu treffen. Unterstützt wurde er dabei von einer Gruppe im Untergrund. Sie sorgten dafür, dass das Leben noch etwas angenehmer wurde. Sie brachten Neuigkeiten unter das Volk und warnten die Leute vor Aktivitäten der Allianz. Doch niemand wagte den Aufstand gegen die Besatzung. Keiner glaube daran jemals eine Chance zu haben gegen diese geballte Übermacht. Aus diesem Grund blieben die meisten sehr ruhig und nutzen lediglich die über die Jahre entstandenen versteckten Wege und Möglichkeiten innerhalb des Viertels. Nach außen gab es kaum einen Weg. Jedes Viertel war von der Allianz streng abgeriegelt und zum Teil auch mit Kraftfeldern und Sensoren versehen, die immer scharf geschalten waren. Wenn jemand versuchte die Sperrzone zu betreten wurde er in den meisten Fällen geschnappt. Jeder der bei einem solchen Versuch aufgegriffen wurde, fand sich schon bald in einer der zahlreichen Erzminen der Allianz wieder. Egal welche Schauergeschichten Frank erzählt wurden, er glaube nicht an die Verdammnis. Vielmehr hoffte er eines Tages von diesem Planeten zu fliehen und irgendwo in der Galaxis in Frieden zu leben. Er glaube fest daran, eines Tages weggehen zu können. Doch ehe es soweit war, musste er sich der Ordnung der Dinge unterordnen, die die Allianz aufgestellt hatte. Manchmal schien Frank sehr ins ich zugehen und tief ins einem Herzen war da der Glaube an eine bessere Welt. Eine Welt ohne die Allianz, ohne klingonische Besatzer und ohne cardassianische Arbeitsmethoden. Wenn er seinen Eltern oder einem seiner Freunde von seinen Träumen erzählte wurde er meist verspottet. Sein Vater sagte immer, dass die Welt nun mal so ist und sein Vater bereits unter der Tyrannei der Allianz gelebt habe. Jede Rebellion wurde mit den brutalsten Methoden der Besatzungstruppen niedergeschlagen. Nur wenige bewunderten den Mut des jungen Parker an eine bessere Zukunft zu denken. Nur wenige unterstützen ihn und ließen sich auf einen solchen Traum ein. Selbst im Untergrund war es unüblich über die Freiheit zu sprechen.

Einer jedoch unterstützte die Träume in de Ideen von Frank. Sein Name war Owan, niemand hatte ihn je anders genannt. Er hieß einfach Owan. Ein älterer Terraner, schätzungsweise Mitte fünfzig. Er hatte einen weißen Vollbart und graue zottelige Haare. Trotz seiner Erlebnisse blieb er immer ein fröhlicher Mensch. Parker bewunderte seine Art zu leben, zu sprechen und mit anderen umzugehen. Owan war ein durch und durch positiv denkender Mensch. Es gab fast keine Situation, der er keine positiven Aspekte abnahm. Trotz zahlreicher Eskapaden und Schmerzen durch die Klingonen ist er ein lebendiges und zähes Individuum geblieben. Er traf Owan meist am Abend, wenn er vor dem Beginn der Ausgangssperre die kurze Zeit nutze, um sich mit Anderen in seinem Alter zu unterhalten. Frank war sechzehn Jahre und hatte die meiste Zeit seines Lebens in diesem Viertel oder im Arbeitskomplex verbracht. Seit dem die Cardassianer erkannt haben, dass aus Alpha Centauri nur durch Verbesserung der Lebensbedingungen etwas zu holen galt, traf er sich regelmäßig mit einigen Freunden auf der Straße. Auf dem Rückweg nach Hause nutzte er einen kleinen Umweg durch zahlreiche kleine Gassen und unterirdische Tunnel, um bei Owan vorbeizuschauen. Er lebte irgendwo unterhalb der Stadt, an einem Ort, den vermutlich kein Klingone und kein Cardassianer kannten. Frank beidruckte das und so schaute er regelmäßig vor der Rückkehr nach Hause bei Owan vorbei. Sein Vater fand die Tatsache, dass er oft eine Stunde nach dem Beginn der Sperrstunde nach Hause kam nicht erfreulich. Er wollte nicht, dass der Familie etwas passierte. Denn jeder Verstoß gegen die Sperrstunde wurde von der Allianz ohne Rücksicht auf die Umstände bestraft. Reginald Parker hatte schon einige Freunde verloren, weil sie die Regeln nicht genau befolgten. Niemand vermag die Taten der Allianz aussprechen. Besonders gefährlich sind betrunkene klingonische Wachen. Diese sind in den letzten Jahren glücklicher Weise immer weniger geworden. Der Vater von Frank erzählt immer wieder die Geschichten aus der Zeit, wo sie noch nicht hier in diesem doch recht passablen Viertel gelebt haben. Eines Abends sind die Klingonen einfach vorbei gekommen und haben seine Mutter mitgenommen. Erst nach einigen Wochen sah Reginald sie wieder, völlig verstört und ohne jeden Lebensmut. Damals war Frank erst vier Jahre alt und hat durch das Chaos in den Lagerhallen kaum etwas mitbekommen. Eine besonders schwere Zeit für die Familie Parker. Aber sie haben es überstanden und im Gegensatz zu jeden Tagen ist das Leben mittlerweile zu einem recht ruhigen und fast ironischer Weise besinnlichen Existieren geworden. Aber Frank wusste, dass dies nicht alles sein kann. Er wusste, er würde es nicht sein ganzes Leben hier aushalten. Auf die Reden von seinem Vater gab er nie besonders viel, dennoch respektierte er die Meinung von Reginald. Schließlich hatte er es geschafft die Familie in eine bessere Gegend zu bringen. Böse Stimmen sprachen sogar von Kollaboration. Der junge Parker hatte nur eines im Kopf – seinen Traum.

Doch die Realität holte Frank jeden Tag erneut ein, wenn er im Energiekomplex unterwegs war und seiner Arbeit nachging. Zwölf Stunden am Tag mit einer kleinen Pause mussten er und die Anderen der Gruppe die Leitungen und Anlagen sauber halten. Dennoch machte Parker einen sehr robusten Eindruck. Nicht immer musste er den Tag über arbeiten, vor allem dann, wenn neue Gefangene eingetroffen waren. Diese Zeit nutzte Frank, um eine illegale Kolonieschule zu besuchen, in der er die Grundlagen lernte. Es war gefährlich, aber dies nahm die Familie in kauf. Schließlich waren die Chancen zu überleben um ein Vielfaches höher mit einem umfangreichen Allgemeinwissen. Doch im letzten Monat musste Frank den Tag über arbeiten und konnte daher die Schule nicht aufsuchen. Ab und an lies er sich aber davon berichten.

So schritten die Tage und Wochen ins Land und Parker bemerkte kaum wie die Zeit an ihm förmlich vorbei lief. Aber in seinen Gedanken hatte er diesen einen Traum und jeden Morgen blickte er in den Himmel und sprach zu den Sternen, die zum Sonnenaufgang langsam im Tageslicht verschwanden. Parker kam jedoch jeden Tag an diesen einen Platz. Das gab ihm nicht nur Kraft den Tag zu überstehen, sondern auch an seinem Traum festzuhalten.

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"Jedes Gestern ist nur ein Traum und jedes Morgen nur eine Vision. Also lebt das Heute so gut ihr k?nnt, dann wird das Gestern zu einem Traum des Gl?cks und jeder Morgen zu einer Vision der Hoffnung."
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Juni 2349

Frank hatte die letzten Monate nur gearbeitet und hatte nicht die Möglichkeit sein Wissen in der Schule zu verbessern. Die einzige Möglichkeit für ihn war der Umweg nach Hause. Jeden Abend nach der Arbeit schlüpfte er durch die unterirdischen Gänge und versuchte so viel wie möglich von Owan zu lernen. Bereitwillig erzählte Owan die Geschichten des einstigen Imperiums, der Eroberungszüge von Kirk bis hin zu den gescheiterten Reformen von Spock. Parker hörte Owan gespannt zu und so erfuhr er nicht nur zahlreiche Dinge über die Terraner und ihre einstige Heimat, sondern auch über die Klingonen und die Allianz. Owan wusste eine Menge Sachen, aber er sprach nie über seine eigene Vergangenheit. Frank respektierte die Entscheidung von Owan nicht darüber sprechen zu wollen. Owan war aber dafür umso mehr bereit Frank all sein Wissen zu vermitteln. Seine Erfahrungen weiterzureichen und all seine gesammelten Eindrücke zu erzählen. Besonders interessant für Frank waren die Geschichten über all die fremden Welten und Kulturen im Universum. So berichtete Owan von einem Volk ganz in der Nähe von Alpha Centauri, den Andorianern. Sie sollten eine blaue Hautfarbe besitzen und antennenartige Fühler auf ihrem von schneeweißem Haar bedeckten Kopf besitzen. Ihre Verhaltensweisen waren offenbar ähnlich wie bei den Klingonen. Daher setzte die Allianz die Andorianer oft für Schaukämpfe unter den Klingonen ein. Sie waren robuster als Menschen, jedoch nicht unbesiegbar. Parker lernte, dass es nicht immer auf Stärke ankam. Vielmehr waren der Geist und die Willenskraft von entscheidender Bedeutung. Andorianische Frauen wurden von den Klingonen für ihre privaten Vergnügen eingespannt. Die Andorianer hatten gegenüber den Menschen jedoch einen entschiedenen Vorteil. Sie akzeptieren gezwungener Maßen die Herrschaft der Allianz. Dadurch entgingen sie der totalen Zerstörung und Versklavung ihrer Welt. Trotz ihrer aggressiven und durch dringliche Art entschlossen sich die Herrscher der andorianischen Häuser zu diesem Schritt. Auch wenn zahlreiche Gruppen im Untergrund diese Entscheidung schon immer angefochten haben und mit zahlreichen Anschlägen den Klingonen zusetzten. Owan berichtete von einer Gruppe, die es geschafft hatte drei klingonische Transportschiffe auf einmal zu zerstören. Dieser Anschlag hatte schwerwiegende Folgen. Die Klingonen kannten keine Gnade und ließen im Gegenzug alle Andorianer, die sich in der Nähe aufhielten hinrichten. Eine Episode aus der besonders dunklen Zeit meinte Owan und wollte auch nicht näher auf die Erlebnisse eingehen.

Frank fragte sich woher Owan das alles wusste. Aber trotz seiner Neugierde hielt er sich an die stille Vereinbarung und behielt seine Fragen für sich. Parker wusste, dass es für Owan sicher nicht leicht gewesen ist, hatte jedoch auch ein Gefühl eines unschlagbaren Respekts für ihn. Er hörte seinen Geschichten immer sehr gerne zu. In vielen Fällen hatten ihm diese Lehren schon in der harten und rauen Welt weiter geholfen.

Frank nutzte all diese Informationen, um besser zu Recht zu kommen. Er verwendete sein Wissen, um den Klingonen aus dem Weg zu gehen oder ihre Aggressionen zu steuern. Klingonen waren für ihn eine durchschaubare Spezies, die zwar einfache aber dennoch gute Krieger repräsentierten. Eine Schwachstelle hatte diese recht aggressive Spezies – sie waren wesentlich unflexibler als Terraner. Parker bildete sich so eine eigene Meinung zu den Klingonen. Owan ermunterte ihn und so spielte Frank immer wieder verschiedene Situationen in seinem Kopf durch. Er wusste es würde der Tag kommen, an dem er zum Zug kommen würde. Trotz all der Phantasie in seinem Geiste blieb Frank jedoch am Boden der Realität. Er schulte seine Beobachtungsfähigkeiten und lernte andere Personen einzuschätzen. Owan brachte ihm sehr viel Wissen bei. Das einzige was ihm fehlte war die Fähigkeit sich im Nahkampf zu verteidigen. Parker wusste, dass er dies eines Tages noch lernen musste. Im Moment gab er sich mit dem zufrieden, was Owan ihm beibrachte. Er liebte Owan wie seinen eigenen Großvater, den er nie kennen gelernt hatte. Er kannte ihn nur von Bildern, die der Vater unter seinen persönlichen Sachen gut gehütet aufbewahrte. Besonders wenn sich Owan in seinen alten Sessel in der Ecke seiner Behausung setzte und mit seiner Hand durch den Bart fuhrt, konzentrierte Frank sich voll und ganz auf seine Worte. Innerlich wiederholte er die Sätze und merkte sich so einen Großteil der wichtigen Dinge. Ab und an versuchte Owan den gespannt zuhörenden Parker mit einem Witz aus der Ruhe zu bringen, was ihm anfangs auch gelang. Mittlerweile lachte Frank zusammen mit Owan über die kleinen Schmäckerchen in seinen Episoden und Ausführungen. Auch an diesem Junitag wurde es wieder sehr spät. Es war bereits fast Mitternacht, als Frank sich auf den Weg nach Hause macht. Er wusste, dass sein Vater dies nicht so einfach hinnehmen würde, jedoch entschloss er sich den Ärger zu Hause zu ertragen. Parker schlüpfte durch einen engen Gang und folgte dem sehr alten, modrigen und feuchten Korridor bis zu einer Gabelung. Er versuchte sich zu beeilen, hielt jedoch von Zeit zu Zeit inne und lauschte genau, ob sich nicht zufällig Wachen in der Gegend befanden. Dies war an diesem Tag zum Glück nicht der Fall. Bereits zwei Mal wäre Frank den Wachen fast in die Arme gelaufen, nur der groben klingonische Mentalität war es zu verdanken, dass Frank die Patrouille immer rechtzeitig entdecken konnte. Auch wenn es mittlerweile vorkam, dass Cardassianer die Nachtwache durchführten, liebte er den Geruch der Gefahr, den erhöhten Pulsschlag und die Spannung, die durch seinen Körper floss. Ohne es zu merken lernte er durch all diese Versteckspiele seine Sinne zu schärfen und seine Aufmerksamkeit um ein Vielfaches auszubauen. Diese Erfahrung sollte ihn in der Zukunft noch sehr zu Gute kommen. Leise bewegte er sich Richtung Kanalisation und stoppte kurz vor dem Zugang, der etwas versteckt in einer Ecke lag. Er öffnete die Türe und verschloss sie rasch wieder hinter sich. Fast rutschte er auf dem glibberigen Bode aus, konnte sich jedoch noch rechtzeitig an einem Gitter festhalten. Er verharrte einige Momente regungslos und hielt den Atem an. Frank horchte genau, ob sich etwas bewegte oder ob die Wachen irgendetwas vernommen hatten. Es blieb jedoch alles ruhig, so dass er ohne Probleme bis zu einem versteckten Ausgang gelangen konnte. Er stiegt durch die Luke an der Decke und schaute sich um, dann kletterte er hinaus, schloss leise den Deckel und stellte die Anzeige wieder so ein, dass der Deckel als verschlossen galt. Alle Zugänge zur Kanalisation wurden von der Allianz versiegelt, nur mit Hilfe eines Spezialgerätes konnten die Wachen den Zugang zur Kanalisation frei schalten. Es gab jedoch einige Ausnahmen, bei denen die Zugänge defekt waren und diese Möglichkeit wurde von einigen Personen durchaus genutzt. Dies war fast die einzige Möglichkeit den Untergrund überhaupt aufrecht zu erhalten. Nach Frank Parker den Deckel wieder verschlossen hatte lief er zu nächsten Ecke und schaute sich um, ob die Wachen im Moment auf dem Weg waren. Dann schnellte er um herum und ging auf dem sichersten Weg nach Hause. Eine gute Deckung waren die auf der Oberfläche verlegten Leitungen. Glücklicherweise gab es keine Überwachung des gesamten Sperrbezirks. Die Klingonen hielten es nicht für erforderlich Biosensoren zu installieren und so sicherzustellen, dass niemand zur Sperrstunde hinausging. Als Frank dann zu Hause ankam, musste seine Mutter Reginald zurück halten, da dieser mehr als nur verärgert war. Franks Vater konnte gerade noch einen Wutausbruch unterdrücken und es gelang der Mutter Ruhe ins Haus zu bringen. Denn neben der Sperrstunde war es auch verboten Lärm zu verursachen, der auf der Straße zu hören war. Nach einigen Minuten beruhigte sich die Situation und Frank wurde es nun verboten Owan aufzusuchen und er sollte in Zukunft gleich nach der Arbeit nach Hause kommen. Frank war damit nicht einverstanden, konnte jedoch im Augenblick nichts gegen die Handlungsweise seines Vaters tun. Seine Mutter hatte sich ebenfalls große Sorgen gemacht, versuchte jedoch mit Frank im ruhigen ton zu sprechen. Als der junge Parker sich in sein Zimmer zurückzog folgte ihm seine Mutter. Sein Vater folgte ebenfalls, wurde jedoch von der Mutter zurückgewiesen. Frank legte sich mit dem Bauch aufs Bett und knüllte seinen Kopf ins sein Kissen. Seine Mutter setzte sich neben ihn aufs Bett und versuchte ihm klarzumachen, dass es im Interesse der gesamten Familie sein, wenn er sich in Zukunft an die Regeln halten würde. Parker erwiderte, dass er auf diese Regeln nicht viel gebe und ja noch am Leben sei. Schließlich hat niemand hier den Mut aktiv gegen die Beatzung zu kämpfen. Seine Mutter stimmte ihm in diesem Punkt zu, meinte aber auch, dass bisher alle Versuche scheiterten und sie und Reginald schon viele Freunde und Bekannte verloren haben. Reginald und sie hätten sich mit dem System arrangiert und könnten so weitgehend in Frieden leben. Frank schaute seine Mutter und drehte sich herum. Er setzte sich aufrecht hin und rückte näher zur Wand. Schlug seine Kopf leicht mit geschlossenen Augen nach hinten an das Mauerwerk und stellte die Frage, warum denn niemand gegen das System ausrichten könnte. Seine Mutter zeigte durchaus Verständnis, meinte jedoch, dass der Tag dafür sicher kommen würde, aber derzeit gibt es nicht die Möglichkeit einfach einen offenen Konflikt zu beginnen. Frank hatte derzeit auch nicht im Sinn einen offenen Konflikt herbeizuführen und er wollte auch die Eltern nicht wegen einer dummen Aktion verlieren. Er war jedoch entschlossen sich so gut wie möglich auf den Tag vorzubereiten, an dem es soweit war.

Am nächsten Morgen wachte Frank etwas später auf als sonst und als er sich aus dem Zimmer schleichen wollte, stand sein Vater bereits in der Tür und schüttelte mit dem Kopf. Er war sichtlich verärgert, dass Frank offenbar vom Vortag nichts gelernt hatte und packte ihm am Arm und schliff ihn ins Wohnzimmer. Seine Mutter kam wenige Augenblicke später und begann sich einzumischen. Franks Vater wurde wütend und schlug mit der Faust auf den Tisch ein, der daraufhin in der Mitte durchbracht. In diesem Augenblick erstarrte Frank und hielt seinen Atem an, wie er es immer auf dem Weg durch die Kanalisation tat. Seine Mutter schlug die Hände vorm Gesicht zusammen und setzte sich in den Sessel, der neben dem Sofa stand. Sein Vater rieb sich die Hand und ging in Richtung Flur, blieb in der Tür stehen und stütze sich mit der Hand im Rahmen ab, senkte den Kopf und schüttelte ebenfalls mit dem Kopf. Dann fluchte er und fragte warum es soweit kommen musste, schließlich versuche er als Vater nur die Familie vor der Tyrannei der Besatzung weitestgehend zu verschonen. Er wolle nicht, dass sich so etwas wie die Verschleppung von Angela vor vielen Jahren noch einmal passierte oder vielleicht noch schlimmeres. Frank hatte seinen Vater noch nie so wütend gesehen und wusste in diesem Augenblick auch nicht wie er sich verhalten sollten. Er hielt inne und wartete, dass irgendjemand im Raum diese Situation entschärfte. Er roch die Spannung förmlich und sein Blick schwenkte abwechseln von einem zum anderen Elternteil.

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Juli 2349

Der junge Parker hatte sich mit seinem Vater immer noch nicht wieder versöhnen können, auch wenn er mittlerweile versuchte rechtzeitig zu Hause zu sein. Er nutzte seit dem letzten Streit jede freie Minute, um in den unterirdischen Tunneln seinen Weg zu suchen. Er hatte das Gefühl, dass sein Vater ihn nicht verstehen wollte. Frank wusste, dass seine Eltern ihn und die ganze Familie nur schützen wollten und mit ihrer Taktik gegenüber der Besatzungsmacht auch einen mehr oder weniger erfolgreichen Pfad beschritten sind, trotzdem stellte diese Tatsache Frank nicht zufrieden. Er wusste irgendwo da draußen – lag eine Chance, eine echte reale Möglichkeit dem Ganzen ein ende zu setzen und Alpha Centauri von der Tyrannei zu befreien. Ihm war sehr wohl bewusst, dass viele andere Welten ebenfalls unter dem Druck der Allianz zu leiden hatten, dennoch schöpfte er aus dieser Tatsache eher Hoffnung als Pessimismus. Hinzu kam die Aktivitäten der Klingonen und Cardassianer auf dem Planeten. Frank konnte beobachten, dass es zunehmend schwieriger wurde, ganz Alpha Centauri unter Kontrolle zu halten. Er wusste von Owan, dass bereits in anderen Regionen aufstandsartige Zustände herrschten und die Besatzer mit äußerster Härte dagegen vorgingen. Er wusste nicht, wie Owan an diese Informationen kam, jedoch wunderte er sich auch nicht darüber, dass sein Vorbild stetig über die aktuellen Ereignisse informiert war. Kintan gehörte zu einer der Kernregionen auf Alpha Centauri und wurde daher mit besonderer Priorität behandelt. Sein Eltern und die meisten Anderen in seiner näheren Umgebung waren gegen einen Widerstand. Viele von ihnen hatten schwere Zeiten durchgemacht und passten sich ihrer Situation an. Frank wollte diesen schon fast kollaborateurartigen Weg nicht gehen und sprach sehr oft mit Owan über seine Gedanken. Häufig lächelte Owan dabei und versuchte den jungen Parker auf der Schiene der Geduld zu beruhigen. Frank konnte seinen Ärger über die Verhaltensweisen seiner Eltern und Freunde nur mit Owan richtig besprechen. Es gab für ihn keine andere Möglichkeit. Er war Owan sehr dankbar und mit der Zeit lernte er mit der Situation umzugehen. Frank Parker sah ein, dass er nicht mit dem Kopf durch die Wand konnte, was für ihn alleine auch den sicheren Tod bedeutet hätte.

Es war wieder einer dieser age, an dem Vater und Sohn wieder einmal Streit hatten und Frank sich entschloss in einer unaufmerksamen Sekunde seines Vaters einfach zu verschwinden. Es war gefährlich, da es bereits dunkel war und er fast einer cardassianischen Patrouille in die Hände gelaufen wäre. In diesem Punkt war Frank besonders engstirnig und setzte an diesem Tag eher auf Risiko als auf seine eigene Sicherheit. Die Straße in dem die Familie Parker ihre Unterkunft hatte war nicht besonders breit. Die Wände der Wohnkomplexe wirkten wie Industrieanlagen, zumal eine Rohrleitung in etwa 2 Metern Höhe entlang verlief, die an einigen Stellen nicht hundertprozentig dicht war. Dampf entwich aus verschiedenen Stoßpunkten und vernebelte an einigen Stellen die Straße. In der Nacht war die Straße nur schwach beleuchtet und wirkte gespenstig leer. Zum Glück kannte der junge Parker einige Wege durch die einzelnen Wohnkomplexe, um nicht zufällig entdeckt zu werden. Umweit von der Unterkunft befand sich eine kleine Pumpstation, von der er in eine kleine schmale Gasse zwischen zwei Gebäuden langte. Um nicht den Wachen in die Hände zu laufen entschied er sich diesmal durch eines der Gebäude zu gehen und öffnete einige Meter hinter der Anlage eine Türe. Dann schaute er sich kurz um und schlüpfte durch die Tür. Vor ihm lag ein dunkler schmaler Gang, an dessen Ende eine kleine Lampe eine Abzweigung erhellte. Frank musste vorsichtig sein, viele der Bewohner sahen es nicht gerne, wenn jemand die Gebäude als Wege benutzte. Alle hatten Angst vor der Allianz und so waren Franks Sinne besonders geschärft. Dann hörte er plötzlich Stimmen – Cardassianer. Er beeilte sich und stoppte kurz vor der Abzweigung. Er schielte um die Ecke und sah zwei Wachen vor einer der Türen. Frank hielt kurz inne und nahm dann seinen Kopf zurück. Er presste sich mit dem Rücken an die Wand und atmete langsam und leise tief durch. Er war überrascht, dass die Wachen dort vor der Türe standen. Erwartete etwa eine halbe Minute und schaute dann noch einmal kurz um die Ecke. Dabei beachtete er den Boden nicht und trat auf eine kleine Eisenstange, auf der er fast ausgerutscht wäre. Die Stange schoss wie von einem Katapult beschleunigt unter seinem Fuß hervor und prallte gegen einen gegenüber liegenden Pfeiler. Frank hatte seine Hand fest an der Kante und drückte seinen Körper so dicht wie möglich an kühle Metallwand. Sein Kopf schlug er leise kurz hintereinander mit geschlossenen Augen ebenfalls an die Konstruktion. Frank fluchte innerlich. Diesmal war alles schief gegangen was nur schief gehen konnte. Sein Herz schlug schnell und er zitterte. Einige Augenblicke später war es totenstill. Parker drehte seinen Kopf nach links und schob ihn dann etwas nach vorne. Er drehte sich im Anschluss um und presste sich mit seinem vorderen Oberkörper ebenso dicht an die Wand wie vorher und glitt langsam auf die Kante zu, um in den Korridor zu sehen. Kaum hatte er seinen Blick in den Flur gerichtet schaute ihn einer der Wachen mit grimmigen Gesicht direkt in die Augen. Ein Zucken lief ihm durch den ganzen Körper und sein Puls erhöhte sich weiter. Dann brüllte einer der Wachen und begannt loszulaufen. Frank wurde aufgefordert stehen zu bleiben. Stattdessen drehte er sich um und lief zurück zur Türe, durch die er zuvor gekommen war. Als er sie erreichte drehte er sich kurz um und erkannte wie beide Cardassianer nacheinander im schnellen Lauftempo folgten. Frank schlüpfte durch die Tür und legte den schweren Riegel um. Ohne darüber nachzudenken ob eine Patrouille auf der Straße unterwegs war stürmte er los. Er nahm den Weg nach links und schnellte durch die schmale Gasse bis zu nächsten Straße. Dort rannte er auf die andere Seite und lief ohne zurückzublicken.

Die beiden Cardassianer folgten Frank zwar, jedoch hatte er bereits einigen Vorsprung gut machen können. Einer der beiden Verfolger kontaktierte die Patrouille und gab Alarm. Der junge Parker hatte bereits die nächste Kreuzung erreicht und hielt in einer Nische kurz inne. Er blickte kurz zurück und sah wie die beiden Cardassianer die Waffen gezogen hatten. Sie waren etwa 300 Meter hinter ihm mit geringer werdendem Abstand. Von Rechts und Links eilten zwei Patrouillen heran, wobei eine mit einem Fahrzeug ausgestattet war. Parker sah nur eine Möglichkeit, eine kleine Gasse etwa 100 Meter von ihm entfernt auf der rechten Seite. Parker schaute sich noch einmal kurz um und schnellte im Anschluss um die Ecke. Dann hörte er die Wachen rufen, was er jedoch ignorierte. Kurz darauf kam die erste Disruptorsalve, die ihn jedoch verfehlte. Er hatte noch etwa 30 Meter, sein Adrenalinpegel war auf Maximum und ihm schossen die Gedanken nur so durch den Kopf. Praktisch sein ganzes Leben in Bildern lief in wenigen Sekunden vor seinem Gesicht ab. Kurz bevor er die Gasse erreichte geriet er ein weiteres Mal unter Feuer. Parker sprang nach vorne und rutschte den letzten Meter auf seinem Oberkörper in Deckung. Eine Schuss streifte ihn leicht am Bein und verbrannte seine Hose auf einer Fläche so groß wie seine Hand. Frank Parker setzte sich einen Augenblick und hörte bereits die anstürmenden Wachen. Er sprang hoch und eilte die Gasse hinab zu einer kleinen Türe, durch die er schnell hindurcheilte. Von innen verriegelte er die Türe. Dabei drehte er in der Mitte ein schweres Rad, dass durch einen Mechanismus zwei Bolzen auf beiden Türseiten in die Verankerung drückte. Parker befand sich in einem sehr schwach beleuchteten Korridor, der gerade einmal einen Meter breit war. Der Boden war feucht und es tropfte etwas von der Decke. Einige Augenblicke später hörte er die Cardassianer von außen an der Türe. Einer von ihnen fluchte und schoss vergeblich auf die Türe. Parker lief los und erreichte nach etwa 30 Metern einen Abzweig, der in die Kanalisation hinunter führe. Das hatten die Wachen offenbar auch schon mitbekommen und Frank konnte weiter entfernt von einem Zugangstunnel Geräusche vernehmen. Frank lief in Richtung eines Sammelbeckens und erreichte einen etwas größeren sehr alten gemauerten Raum. Insgesamt gab es vier Zugänge aus denen Wasser in das in der Mitte befindliche Becken strömte. In der Mitte des Beckens befand sich eine Abflussöffnung, die je nach bedarf geöffnet werden konnte. Parker schaute sich in diesem Raum kurz um und entschloss sich dann den rechten Abzweig zu nehmen. Er rannte über eine aus Metall gebaute Gitterbrücke und verschwand in der Dunkelheit des Tunnels. Parker rannte und blickte nicht wieder hinter sich. Nach etwa 10 Minuten erreichte er einen kleine Wandöffnung, die zu einem verborgenen Tunnel führte. Bevor er jedoch hindurchschlüpfte betätigte er einen kleinen Hebel etwa 10 Meter entfernt. Dadurch wurde oberhalb der Öffnung kurzfristig ein Zufluss geöffnet, der die meisten Spuren verwischen sollte. Parker schloss hinter sich die Metallplatte und versperrte so den Zugang zum Tunnel. Frank hatte diesen Zugang erst einmal verwendet und das war bereits viele Monate her. Er konnte kaum etwas erkennen. Frank wartete am Zugang, bis das Plätschern des Zuflusses ausgehört hatte und kaum noch Geräusche von Draußen zu vernehmen waren. Dann schlich er leise den Tunnel entlang. Die Luft hatte einen stechenden Geruch, das Mauerwerk war feucht und teilweise tropfte es von der Decke. Als Parker auf einen angrenzenden Tunnel traf hielt er kurz inne. Er wusste nicht mehr genau welcher Weg der Richtige war. Nach einigem hin und her entschied er sich und ging weiter nach Rechts bis zu einer kleinen Treppe. Diese führte offenbar zu einem alten Wartungsschacht. Ein Lüftungsgitter klapperte vor sich hin, da es scheinbar schon lange niemand mehr gewartet hatte. Er schaute durch die Lamellen und erkannte einen trockenen sehr schwach beleuchteten Gang. Außer dem Geräusch des Lüftungsgitter konnte er nichts hören. Nachdem er eine Weile gewartet hatte, öffnete er vorsichtig das Gitter und kletterte durch die Öffnung hindurch. Im Anschluss schloss er die Öffnung wieder und schaute dabei abwechselnd nach rechts und links.

Dann bemerkte er einen Schatten, der sich etwa 20 Meter von ihm weg bewegte. Franks Blut pulsierte ab diesem Zeitpunkt und er stellte die Atmung ein. Er wollte nicht das leiseste Geräusch verursachen, obgleich es ihm so vorkam, als würde sein Herz im Ganzen Tunnel zu hören sein. Frank stand leise auf und presste sich mit dem Rücken an die Wand. Rechts und links von ihm befanden sich zum Glück zwei Pfeiler, so dass er etwas Deckung hatte. Schräg gegenüber erkannte er den Schatten, wer oder was es auch immer war kam langsam näher. Frank entdeckte an einem der Pfeiler einige Metallhaken, die in die Wand eingelassen waren. Dann schaute er über sich und blickte in eine kleine Öffnung. Schnell ergriff er die Gunst der Stunde und kletterte leise hinauf. Frank erkannte, dass es sich vermutlich um einen sehr alten Zugang handelte, der mittlerweile jedoch versiegelt war. Oberhalb des Pfeilers war jedoch ausreichend Platz um sich zu verstecken. Eine kleine Nische schenkte Parker genau soviel Raum, dass er sich stehend an die Wand pressen konnte und die Dunkelheit ihn nicht verriet. Sollte derjenige aber über einen Tricorder oder Ähnliches verfügen, würde dieses Versteck ihm auch nicht weiterhelfen. Frank sah durch die Öffnung nach unten und der Schatten war nun auch von das oben aus zu sehen. Einige Augenblicke später sah Parker eine Hand in der ein alter klingonischer Disruptor festgekrallt war. Er erkannte auch, dass es kein Klingone und kein Cardassianer war, sondern jemand Anderes. Später erblickte er einen Mann mit langen grauen Haaren, der einen heruntergekommenen Eindruck machte. Frank konnte beobachten, wie er seinen Disruptor in ein Halfter steckte und sich direkt vor das Lüftungsgitter knieten. Der Mann hielt kurz inne und drehte dann seinen Kopf hin und her. Er berührte mit seinen die Kanten des Lüftungsrostes und blickte dann nach oben. Frank zuckte zurück und stieß dabei einen leichten Seufzer aus. Er konnte hören, wie der Mann seinen Disruptor zog und war sich weitgehend sicher, dass er entdeckt worden ist. Mit einer tiefen Stimme forderte der Mann ihn auf herunterzukommen und sich zu stellen. Frank hielt einige Sekunden inne und erwiderte die Aufforderung. Parker teilte ihm mit, dass er unbewaffnet sei und herunterkäme. Als Parker den Boden erreichte stand er ihm gegenüber. Einem Typen Mitte 40, schulterlanges schwarzgraues Haar. Bekleidet mit Lederstiefeln, einem Mantel und einer dreckigen schwarzen Hose. Der Unbekannte hatte seine Waffe noch auf Parker gerichtet und fragte ihn, ob er etwas damit zu tun hätte, dass die Wachen auf der Straße verrückt spielten. Parker zögerte erst etwas und bestätigte die Vermutung. Dann teilte er ihm mit, dass er Frank Parker hieße und seine Verfolger abgehängt hatte. Der Mann lächelte etwas und steckte seine Waffe wieder ein. Dann forderte er Parker auf ihm zu folgen.

Frank rannte hinter ihm her und folgte dem Fremden durch zahlreiche Irrwege bis zu einem unterirdischen Gebäudekomplex. Dort angekommen staune Frank Parker nicht schlecht. Innerhalb des Komplexes lebten offenbar zahlreiche Terraner und Centaurer. Als sie den Gebäudekomplex erreichten folgte Frank dem Unbekannten und beide wurden von zahlreichen Personen angeschaut. Die Gänge waren nicht sehr breit und an der Seite saßen verschiedene Personen, die zum Teil mit Reparaturen beschäftig waren oder einfach nur am Boden saßen. Weiter im Inneren spielten Kinder mit kleinen Figuren am Boden und Frank musste aufpassen, dass er niemanden trat. Der junge Parker war erstaunt und fragte sich immer noch, ob es sich bei diesem Areal um eine Untergrundgruppe handelte, von der er bereits vor langer Zeit erfahren hatte. Nach Beide das Ende des Korridors erreicht hatten führte nur noch eine Leiter auf die nächste Ebene. Der Fremde kletterte hinauf und wies Parker an ihm weiterhin zu folgen. Etwa 5 Meter kletterten Beide mit einer Trennebene hinauf und gelangten durch eine Luke in einen weiteren Korridor. Kurz darauf erreichten beide eine Türe und Frank musste erst einmal draußen warten. Der Unbekannte verschwand daraufhin für einen kurzen Augenblick im anschließenden Raum. Dann öffnete er die Türe und steckte den Kopf hinaus, winkte Parker und hielt ihm die Türe auf. Frank folgte ihm und verschloss die Türe hinter sich. Parker gelangte in einen kleinen Raum, nicht mehr als 10 Quadratmeter. Am Ende stand ein rechtwinkliger Schreibtisch, an dem ein Disruptorgewehr lehnte. Ein Typ mir kurzen schwarzen Haaren stand dahinter, der gerade über dem Schreibtisch gebeugt auf eine Karte blickte. Er runzelte kurz die Stirn und bemerkte, dass er noch einen Augenblick benötigte. Dann nickte er kurz und schaute mit auf den Tisch gestützten Armen zu Parker. Er bemerkte, dass Frank wohl für die nächtliche Störung verantwortlich sei und stellte sich als Kumar vor. Parker hatte bereits von ihm gehört und war froh nicht in die Hände der Allianztruppen gefallen zu sein. Kumar stellte Frank einige Fragen, die er ihm mit großem Eifer beantwortete. Er berichtete von seiner Familie und dem Streit mit dem Vater. Nachdem Kumar zufrieden war, drehte er sich um und blickte zur Wand. Er hielt einige Sekunden inne und drehte sich dann wieder zu Parker. Kumar erklärte Parker, dass er nicht mehr zurück könne, da die Allianz sicher schon die ganze Straße nach fehlenden Personen abgesucht hätte und mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Unterkunft seiner Eltern bereits aufgesucht hatten. In diesem Moment lief Frank Parker eine Schauer über den Rücken. An diese Möglichkeit hatte er bis jetzt nicht gedacht. Wie ein Blitz durchströmte sein Geist mit einer Flut an Gedanken. Parker wollte in diesem Augenblick nur noch nach Hause, um zu sehen ob alles in Ordnung war, doch der Fremde versperrt ihm den Weg nach draußen. Kumar wirkte beruhigend auf Frank ein und nachdem er einige Male seinen Schmerz hinausgebrüllt hatte, setzte er sich an Kumars Schreibtisch. Kumar erzählte, dass es kein zurück mehr gäbe und die Rebellen solche jungen und entschlossenen Leute benötigte. Auch wenn das Opfer was er bringen müsste sehr hart war, gab war dies eine der besten Vorraussetzungen einen Widerstand aufzubauen. Kumar erklärte Frank, dass Rimar sich um ihn kümmern würde und er erst einmal sich waschen und etwas essen sollte. Er würde auch dafür sorgen, dass er Informationen über Parkers Eltern erhielt, sofern die Lage es zuließe. Franks Gefühle schwankten immer wieder hin und her. Auf der einen Seite war er froh auf die Rebellen getroffen zu sein, auf der anderen Seite vermisste er die Familie. An den Streit mit dem Vater vermochte er ebenfalls nicht mehr zu denken.

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"Jedes Gestern ist nur ein Traum und jedes Morgen nur eine Vision. Also lebt das Heute so gut ihr k?nnt, dann wird das Gestern zu einem Traum des Gl?cks und jeder Morgen zu einer Vision der Hoffnung."
31.07.2006 14:57 Tiberius Foxbat ist offline E-Mail an Tiberius Foxbat senden Beiträge von Tiberius Foxbat suchen Nehmen Sie Tiberius Foxbat in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Tiberius Foxbat in Ihre Kontaktliste ein MSN Passport-Profil von Tiberius Foxbat anzeigen

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